
Backbord oder Steuerbord, Ober- oder Hauptdeck, Fenster oder französische Balkone. Es gibt viel zu beachten bei der Wahl der perfekten Kabine für eine Flusskreuzfahrt in den Saisons 2026 und 2027. Wir geben einen Überblick zu Kabinenkategorien, Lage und Ausstattung von Kabinen auf deutschen Flüssen.

Die beste Nachricht vorweg: Alle Kabinen auf Flusskreuzfahrtschiffen sind Außenkabinen. Innenkabinen ohne Fenster gibt es, anders als bei Hochseeschiffen, nicht.
Die meisten Flussschiffe sind 11,4 m breit. Auch XXL-Schiffe wie die A-ROSA SENA (17,7 m) und die AmaMagna (22 m) – beide gehören zu den besten Luxusschiffen in Europa – haben nur einen Gang auf den Passagierdecks und ausschließlich Kabinen mit mindestens einem kleinen Fenster.
In der Regel haben Flussschiffe zwei oder drei Passagierdecks. Die Kabinen auf dem untersten Deck – welches Hauptdeck oder bei A-ROSA Deck 1 heißt – liegen auf Wasserhöhe. Die Fenster sitzen hier höher in der Wand, sodass der Blick zum Teil auf die Uferböschung trifft.
Die Hauptdeck-Kabinen haben ein oder mehrere kleine Fenster, die sich nicht öffnen lassen, und sind weniger lichtdurchflutet als die Kabinen der oberen Decks. Dies ist die günstigste Kabinenkategorie.
Die Außenkabinen auf dem Oberdeck – und bei größeren Schiffen auch auf dem Mitteldeck – sind meist identisch möbliert wie die Kabinen auf dem Hauptdeck. Sie sind etwas teurer, da sie höher liegen und mit französischen Balkonen ausgestattet sind, also bodentiefen Fenstern mit Mini-Austritt. Das ist die beliebteste Kabinenkategorie auf einem Flusskreuzfahrtschiff.
Einige Flussschiffe der 5-Sterne-Kategorie sind darüber hinaus mit Suiten ausgestattet, der teuersten Kategorie. Auf den oberen Decks liegt zudem das Sonnendeck, das von dort aus am schnellsten erreichbar ist.


Die Suiten haben zum Teil einen separaten Wohnbereich und möblierte Balkone. Größe und Ausstattung variieren stark, weshalb sich ein Blick auf den jeweiligen Decksplan vor der Buchung lohnt.
So haben die neuen Suiten der kleinen VIVA RUBY eine Größe von nur 18 m², die Owners Suite der AmaMagna (66 m²) dagegen eine Ausstattung wie in einer Wohnung. Neben einem begehbaren Kleiderschrank gibt es ein freistehendes Bett, ein Gäste-WC und einen großen Balkon mit Sitz- und Liegemöglichkeiten.
Weitere empfehlenswerte Flussschiffe mit Suiten sind die A-ROSA FLORA, die VIVA ENJOY und alle AMADEUS-Schiffe von Lüftner Cruises. Auch die meisten Schiffe auf den asiatischen Flüssen Mekong und Ganges sowie dem Nil in Ägypten haben zum Teil hochwertig ausgestattete Suiten.

Anders als bei Hochseeschiffen gibt es bei Flussschiffen keine 'bessere' Seite für die Kabine. Den exakten Liegeplatz und häufig auch die Flussseite bekommt die Besatzung zum Teil mit nur wenigen Stunden Vorlauf zugeteilt.
Ob die Wahl daher auf eine Kabine auf der Backbord- oder der Steuerbord-Seite fällt, also in Fahrtrichtung links oder rechts, ist nicht entscheidend. Da das Schiff im Hafen je nach Liegeplatz mit der einen oder anderen Seite zum Ufer liegt, lässt sich die Aussicht ohnehin nicht im Voraus festlegen.
Die Lage der Kabine ist trotzdem nicht ganz irrelevant. Da sich die Motoren im Heck befinden, sind die Kabinen im Bug des Schiffes ruhiger. Im Heck sind zum Teil Vibrationen der Schiffsschrauben oder ein Brummen wahrnehmbar. Der Seegang kann auf Flüssen vernachlässigt werden.
Auf Flusskreuzfahrtschiffen gibt es typischerweise Außenkabinen, da Innenkabinen unüblich sind. Man unterscheidet hauptsächlich zwischen Kabinen mit einem nicht zu öffnenden Fenster (oft auf dem untersten Deck), Kabinen mit einem Panoramafenster, das sich teilweise öffnen lässt, und Kabinen mit einem französischen Balkon (bodentiefe Glastüren zum Öffnen mit einem Geländer davor). Auf neueren Schiffen gibt es zunehmend auch Kabinen mit echten, begehbaren Balkonen oder sogar Suiten mit mehr Platz und Serviceleistungen.
Eine Standard-Fensterkabine, meist auf dem untersten Deck (z. B. Rhein- oder Moseldeck), hat ein kleineres Fenster, das nicht geöffnet werden kann und sich im oberen Drittel der Wand befindet. Ein französischer Balkon hingegen bietet bodentiefe Glasschiebetüren, die Sie öffnen können, um frische Luft hereinzulassen und die vorbeiziehende Landschaft direkt von Ihrer Kabine aus zu genießen. Davor befindet sich ein Sicherheitsgeländer. Er bietet also ein offeneres Gefühl als ein reines Fenster, aber keine begehbare Außenfläche.
Ob sich ein (echter oder französischer) Balkon lohnt, ist eine persönliche Entscheidung. Da man sich auf Flüssen meist in unmittelbarer Nähe zum Ufer befindet und das Sonnendeck schnell erreichbar ist, ist er nicht so essenziell wie auf dem Meer. Viele schätzen jedoch die private Möglichkeit, jederzeit frische Luft schnappen und die Aussicht genießen zu können, ohne die Kabine verlassen zu müssen. Besonders in malerischen Regionen wie dem Douro-Tal oder der Wachau kann ein Balkon das Reiseerlebnis deutlich aufwerten.
Die ruhigste Lage auf einem Flusskreuzfahrtschiff ist in der Regel mittschiffs auf einem der oberen Decks. Hier sind die Motorgeräusche (eher im Heck) und die Geräusche des Bugstrahlruders oder beim Anlegen (eher im Bug) am wenigsten zu spüren. Kabinen im hinteren Bereich können lauter sein, bieten aber oft einen schnellen Zugang zum Restaurant. Kabinen im vorderen Bereich sind ebenfalls ruhig, können aber beim Manövrieren in Schleusen Geräusche verursachen.
Das Oberdeck gilt oft als das beste, da es die beste Aussicht bietet (weniger Uferböschung im Blick) und den kürzesten Weg zum Sonnendeck und oft auch zur Panorama-Lounge hat. Kabinen auf dem Mitteldeck sind ein guter Kompromiss aus Preis und Aussicht. Das Unterdeck (oft als Hauptdeck bezeichnet) ist die preisgünstigste Option. Die Fenster sind hier kleiner und höher angebracht, und die Aussicht kann durch die Uferböschung eingeschränkt sein. Dafür ist es hier oft sehr ruhig.
Kabinen auf Flusskreuzfahrtschiffen sind in der Regel kompakter als auf Hochseeschiffen. Eine Standardkabine hat meist eine Größe zwischen 12 und 16 Quadratmetern. Kabinen mit französischem Balkon oder echtem Balkon sind oft etwas größer (ca. 17 bis 21 Quadratmeter). Suiten können deutlich mehr Platz bieten, oft zwischen 22 und 30 Quadratmetern, und verfügen teilweise über einen separaten Wohn- und Schlafbereich.
Echte Einzelkabinen sind auf Flusskreuzfahrtschiffen selten. Üblicher ist die Belegung einer Doppelkabine zur Alleinbenutzung. Hierfür wird in der Regel ein Einzelkabinenzuschlag fällig, der je nach Reederei, Saison und Auslastung stark variieren kann. Einige Reedereien wie A-ROSA oder VIVA Cruises bieten jedoch immer wieder spezielle Angebote mit reduziertem oder sogar ohne Einzelkabinenzuschlag an, was für Alleinreisende besonders attraktiv ist.
Die Grundausstattung einer Flusskreuzfahrt-Kabine umfasst in der Regel ein Doppelbett oder zwei Einzelbetten, ein eigenes Bad mit Dusche, WC und Waschbecken, Klimaanlage, einen Flachbildfernseher, einen Safe, einen Kleiderschrank und eine Minibar. Handtücher und Bettwäsche werden selbstverständlich gestellt und regelmäßig gewechselt. Hochwertigere Kabinen bieten oft zusätzlich einen Bademantel, Hausschuhe, Pflegeprodukte, einen Föhn und teilweise einen Wasserkocher. Die meisten Schiffe verfügen über WLAN, das entweder kostenlos oder gegen Gebühr in der Kabine genutzt werden kann. Ein Telefon für Bordanrufe ist ebenfalls Standard.
Ja, bei den meisten Reedereien und Reiseveranstaltern können Sie Ihre Kabine bei der Buchung aus den verfügbaren Optionen frei wählen. Dies geschieht in der Regel über einen interaktiven Decksplan, auf dem Sie sehen können, welche Kabinen noch verfügbar sind. Eine frühzeitige Buchung erhöht die Auswahlmöglichkeiten erheblich. Manche Reedereien bieten auch günstigere Garantiekabinen an, bei denen die genaue Kabinennummer erst kurz vor Reisebeginn zugewiesen wird, aber die gebuchte Kategorie garantiert ist. Gegen einen Aufpreis können Sie bei vielen Reedereien auch nachträglich noch die Kabine wechseln, sofern Verfügbarkeit besteht.
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