
Eine Kreuzfahrt nach Grönland gehört für viele Expeditionsreisende zu den eindrucksvollsten Reisezielen weltweit. Die größte Insel der Welt kann sowohl per Expeditionsschiff als auch mit einem klassischen Kreuzfahrtschiff erreicht werden. Grönland-Kreuzfahrten starten häufig in Island, es gibt aber auch Reisen innerhalb des Landes und sogar ab/bis Hamburg. Wir stellen die besten Kreuzfahrten nach Grönland für die Saisons 2027 & 2028 vor.

Hapag-Lloyd Cruises bietet in den Saisons 2027 und 2028 mit den baugleichen Expeditionsschiffen HANSEATIC inspiration und HANSEATIC spirit verschiedene Grönland-Routen an. Beide Schiffe haben eine Kapazität für 230 Gäste.
Traditionell sind alle Reisen deutschsprachig. Seit 2026 ist Englisch als zweite Bordsprache hinzugekommen. An Bord begleiten Lektoren und Naturforscher die Gäste mit Vorträgen zur Geschichte, Tierwelt und Geologie der besuchten Regionen.
Auf der zwölftägigen Route ab und bis Kangerlussuaq erleben Gäste die größte Insel der Welt besonders intensiv, da die Anreise per Schiff entfällt. Diese Reise ermöglicht auch Expeditionen hoch in den Norden Grönlands, etwa nach Qaanaaq und Siorapaluk, der nördlichsten Siedlung des Landes.
Im September 2027 bietet Hapag-Lloyd Cruises außerdem eine Grönland-Kreuzfahrt mit Ziel Hamburg an (19 Tage, ab 13.790 € p.P.*). Hier liegt der Fokus auf Expeditionen im Südwesten und im weniger bereisten Osten Grönlands.
Beliebt sind außerdem kombinierte Kreuzfahrten mit Stopps in Grönland und Island (15 Tage, ab 12.890 € p.P.*). Diese Routen verbinden Gletscherlandschaften mit den Vulkanlandschaften und heißen Quellen Islands.

Der Außenpool an Bord der HANSEATIC inspiration und HANSEATIC spirit ist mit einem flexiblen Zeltdach versehen und ermöglicht Baden auch bei niedrigen Temperaturen. Hinzu kommen drei Bord-Restaurants und ein Spa-Bereich mit mehreren Saunen und einem 100 m² großen Fitnessraum.
In den Reisepreis eingeschlossen sind bei allen Grönland-Kreuzfahrten die Anlandungen und Fahrten mit den 17 bordeigenen Zodiacs, mit denen sich auch flache Buchten und Eiskanten ansteuern lassen.
Verpflegt werden die Gäste mit Vollpension inklusive Früh- und Spätaufsteherfrühstück und ausgewählten Softdrinks. Alkoholische Getränke werden separat berechnet. Auch Vorträge der Experten sowie Leihutensilien wie Ferngläser und Parkas sind inkludiert.

Deutlich günstiger sind die Grönland-Kreuzfahrten 2027/28 mit der MS Hamburg, die mit einer Kapazität für 400 Passagiere zu den kleineren Kreuzfahrtschiffen unter deutscher Flagge zählt.
Mit der Eisklasse 1B ist die 144 Meter lange MS Hamburg auch für Grönland-Kreuzfahrten geeignet. Das Schiff ist komfortabel, aber bei weitem nicht so luxuriös wie die HANSEATIC-Schiffe von Hapag-Lloyd Cruises ausgestattet und richtet sich an preisbewusste Reisende.
An Bord der MS Hamburg gibt es einen beheizbaren Außenpool und einen Wellness-Bereich mit Sauna und Fitnessraum. Für Anlandungen ist das Schiff mit sechs Zodiacs ausgestattet. Hinzu kommen ein Buffet- und ein À-la-carte-Restaurant sowie eine zentrale Lounge.
Die Kabinen und Suiten haben Größen von 13 bis 25 m². Damit fallen sie kleiner aus als auf den meisten neueren Expeditionsschiffen, bieten aber alle nötigen Annehmlichkeiten für längere Reisen in arktischen Gewässern.
Die One-Way-Kreuzfahrten mit der MS Hamburg starten entweder in Hamburg oder in Kangerlussuaq und dauern rund 18 Tage. Der Transferflug ist im Reisepreis inkludiert. Im Herbst 2026 wird die MS Hamburg umfassend renoviert und auf einen moderneren Stand gebracht.


Im Sommer 2027 werden mit der MS Hamburg auch günstige Kreuzfahrten innerhalb Grönlands angeboten (10 Nächte inklusive Flügen, ab 3.599 € p.P.*). Ab und bis Kangerlussuaq werden verschiedene Ziele an der Westküste angesteuert. Da die Anreise per Charterflug erfolgt, entfällt die mehrtägige Überfahrt durch den Nordatlantik.
Die derzeit günstigste Grönland-Kreuzfahrt bietet Oceania Cruises auf der Oceania Marina an (11 Tage, ab 2.375 € p.P.*).
Das Hochseeschiff hat eine Kapazität für rund 1.250 Gäste und steuert ab und bis Reykjavik in Island mehrere Ziele im Süden Grönlands an. Die Bordsprache ist Englisch, das Bordprogramm und der Komfort entsprechen einem internationalen Premium-Standard.

Für Grönland-Kreuzfahrten sind keine besonderen Pflichtimpfungen erforderlich. Ein aktueller Standardimpfschutz wird jedoch empfohlen. Die ärztliche Versorgung ist in Grönland insgesamt eingeschränkt.
Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ist deshalb unbedingt ratsam, da die medizinische Infrastruktur an Grönlands Küstenorten sehr begrenzt ist. Größere Kliniken befinden sich vor allem in Nuuk und Ilulissat. Für komplexere Behandlungen werden Patienten in der Regel nach Dänemark ausgeflogen.
Persönliche Medikamente sollten in ausreichender Menge mitgeführt werden, ebenso Mittel gegen Seekrankheit für die Überfahrten auf offener See.
Beim Packen bewährt sich das Schichtprinzip: Thermounterwäsche, wärmende Zwischenschichten und eine wetterfeste Außenjacke bilden die Grundlage. Die Temperaturen können auch im arktischen Sommer je nach Region und Wetterlage deutlich schwanken.
Mütze, Handschuhe, Schal und eine Sonnenbrille mit UV-Schutz gehören ins Gepäck, da die arktische Sonne durch Reflexion auf Wasser und Eis überraschend intensiv strahlt. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ist ebenfalls unverzichtbar, auch bei bewölktem Himmel.
Für Anlandungen stellen viele Expeditionsreedereien Gummistiefel zur Verfügung. Vorab sollte geprüft werden, ob dies im Reisepreis enthalten ist. Wasserdichte Hosen, ein kleiner Tagesrucksack und eine Kamera mit Ersatzakkus für die Touren mit dem Zodiac runden die Ausrüstung ab.


Die beste Reisezeit für Grönland-Kreuzfahrten liegt zwischen Juni und September.
Im Juni und Juli sorgt die Mitternachtssonne für nahezu durchgängiges Tageslicht, und die arktische Flora beginnt in den eisfreien Küstenbereichen zu blühen.
Der August gilt als wärmster Monat und bietet die besten Bedingungen für Walbeobachtungen und Anlandungen in den Fjorden Ostgrönlands.
Im September werden die Tage kürzer, dafür steigen die Chancen auf Nordlichter deutlich. Welcher Zeitraum ideal ist, hängt davon ab, ob Mitternachtssonne, Tierbegegnungen oder Polarlichter im Mittelpunkt der Reise stehen sollen.
Eine Grönland-Kreuzfahrt ist eine Schiffsreise zur größten Insel der Erde – einer arktischen Welt aus Eisbergen, tiefen Fjorden und der jahrtausendealten Kultur der Inuit. Die gängigsten Routen starten in Reykjavik (Island), Kopenhagen oder in deutschen Häfen wie Hamburg und Bremerhaven. Beliebte Strecken führen entlang der Westküste Grönlands von Südgrönland (Qaqortoq, Nanortalik) über die Hauptstadt Nuuk bis zur Diskobucht und Ilulissat im Norden. Kombinationsrouten verbinden Grönland mit Island, Spitzbergen oder den Färöer-Inseln. Expeditionsrouten erschließen die selten besuchte Ostküste mit dem Scoresbysund. Die Reisedauer liegt je nach Route zwischen 10 und 25 Tagen. Einige Routen führen auch über Neufundland und die kanadische Arktis weiter nach Nordamerika.
Grönland gehört zu den letzten großen Wildnisgebieten der Erde. Ein Großteil der Inselfläche ist vom grönländischen Eisschild bedeckt, dem zweitgrößten Eismassiv nach der Antarktis. Eine Kreuzfahrt bietet Zugang zu einer Landschaft, die auf dem Landweg kaum erreichbar ist: zerklüftete Fjorde mit kalbenden Gletschern, Eisberge in allen Formen und Farben sowie eine Stille, die man anderswo nicht findet. Besonders eindrucksvoll ist die Kombination aus Naturerlebnis und lebendiger Inuit-Kultur. In den bunten Siedlungen entlang der Küste leben Menschen seit Jahrtausenden in enger Verbindung mit der arktischen Natur. Dazu kommen die Spuren der Wikinger, die um 985 n. Chr. Siedlungen in Südgrönland gründeten. Im arktischen Sommer scheint die Mitternachtssonne.
Zu den Höhepunkten zählt die Diskobucht bei Ilulissat, wo der UNESCO-geschützte Ilulissat-Eisfjord gewaltige Eisberge ins Meer kalbt. In Nuuk, der grönländischen Hauptstadt, verbinden sich Inuit-Traditionen mit modernem arktischem Leben. In Südgrönland beeindrucken die Ruinen der Wikingersiedlung Brattahlíð bei Qassiarsuk und die farbenfrohe Kolonialstadt Qaqortoq. Die Durchfahrt durch den Prinz-Christian-Sund führt zwischen steil aufragenden Bergen und Gletschern hindurch. Auf der abgelegenen Ostküste fasziniert der Scoresbysund mit seinem ausgedehnten Fjordsystem. Zodiac-Ausfahrten zwischen Eisbergen, Besuche in abgelegenen Inuit-Siedlungen und Wanderungen in der Tundra gehören zum Programm. An Bord der Expeditionsschiffe halten Lektoren Vorträge über arktische Ökologie, Glaziologie und Inuit-Geschichte.
Eine Grönland-Kreuzfahrt eignet sich für naturbegeisterte Reisende, die arktische Landschaften, Eisberge und die Inuit-Kultur erleben möchten. Sie ist auch eine gute Wahl für Fotografen und Vogelbeobachter sowie für alle, die abseits der klassischen Kreuzfahrtrouten unterwegs sein möchten. Grönland-Kreuzfahrten eignen sich zudem für Einsteiger in die Polarregionen, da die meisten Routen weniger extreme Bedingungen bieten als etwa eine Antarktis-Expedition. Je nach Schiff reicht das Angebot von komfortablen Hochseekreuzfahrten mit über tausend Passagieren bis zu kleineren Expeditionsfahrten mit unter 250 Gästen. Für Zodiac-Anlandungen und Wanderungen ist eine gewisse Grundfitness empfehlenswert. Die Reise eignet sich auch für Paare und Alleinreisende, die eine Mischung aus Abenteuer und Komfort schätzen.
Die Preise für eine Grönland-Kreuzfahrt variieren stark je nach Schiff, Route und Reisedauer. Hochseeschiffe bieten Kombinationsrouten über Island und Grönland teils ab etwa 2.400 bis 6.000 Euro pro Person. Expeditionskreuzfahrten auf kleineren Schiffen wie der MS Hamburg von Plantours sind ab rund 4.200 Euro für etwa 18 Tage buchbar. Die Premium-Expeditionen mit den HANSEATIC-Schiffen von Hapag-Lloyd Cruises beginnen bei etwa 10.500 Euro pro Person. Luxus-Expeditionen mit PONANT, Silversea oder Seabourn liegen meist deutlich darüber. Bei Abfahrten ab Reykjavik oder Kopenhagen kommt ein Flug hinzu. Expeditionsreisen beinhalten in der Regel Vollpension, alle Zodiac-Ausflüge und Lektoren-Vorträge. Bei klassischen Hochseekreuzfahrten sind Landausflüge oft nicht im Preis enthalten.
Grönland wird sowohl von großen Hochseereedereien als auch von spezialisierten Expeditionsanbietern angesteuert. Auf der Hochseeseite bieten AIDA Cruises, TUI Cruises, MSC Cruises, Royal Caribbean, Norwegian Cruise Line und Oceania Cruises saisonale Routen an – oft in Kombination mit Island, Norwegen oder Nordamerika. Im Expeditionssegment ist Hurtigruten Expeditions mit den Hybrid-Schiffen Fridtjof Nansen und Roald Amundsen aktiv. Hapag-Lloyd Cruises fährt mit den deutschsprachigen HANSEATIC-Schiffen (inspiration und spirit). Die französische Reederei PONANT setzt unter anderem den eisgängigen Le Commandant Charcot ein. Silversea und Seabourn bieten ebenfalls Grönland-Routen an. Plantours mit der MS Hamburg ist eine deutschsprachige Alternative im mittleren Preissegment. Für die abgelegene Ostküste und den Scoresbysund sind ausschließlich kleinere Expeditionsschiffe geeignet.
Grönland gehört politisch zum Königreich Dänemark, ist jedoch kein Mitglied der Europäischen Union. Für deutsche Staatsbürger und EU-Bürger ist kein Visum erforderlich – ein gültiger Reisepass reicht für den Aufenthalt aus. Auch für die häufig kombinierten Stopps in Island wird kein Visum benötigt. Bei Routen über Kanada oder die USA (zum Beispiel mit Stopp in Neufundland oder New York) gelten deren jeweilige Einreisebestimmungen, für die USA ist eine ESTA-Genehmigung erforderlich. Der Reisepass sollte bei Abreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport wird dringend empfohlen, da die medizinische Infrastruktur in Grönland außerhalb von Nuuk und Ilulissat sehr eingeschränkt ist.
Die Anreise nach Grönland hängt vom gewählten Abfahrtshafen ab. Viele Grönland-Kreuzfahrten starten in Reykjavik (Island), das per Direktflug von mehreren deutschen Flughäfen erreichbar ist. Ein Teil der Routen beginnt in Kopenhagen – ebenfalls bequem per Flug oder Bahn zu erreichen. Deutschsprachige Schiffe von AIDA, Plantours oder Phoenix Reisen starten teilweise direkt ab Hamburg oder Bremerhaven, sodass kein Flug nötig ist. Bei Expeditionskreuzfahrten mit Hapag-Lloyd, Hurtigruten oder PONANT sind Charterflüge nach Kangerlussuaq oder Narsarsuaq in Grönland häufig im Reisepaket enthalten. Einige Routen starten auch in nordamerikanischen Häfen wie Boston oder St. John's (Neufundland). Die Reedereien bieten in der Regel Vor- und Nachprogramme in den Abfahrtshäfen an, sodass die Anreise mit einem Kurzurlaub verbunden werden kann.
Die arktischen Gewässer rund um Grönland sind reich an Meeressäugern und Seevögeln. Zu den häufigsten Sichtungen gehören Buckelwale, Finnwale und Zwergwale, die im Sommer in den nährstoffreichen Küstengewässern auf Nahrungssuche gehen. In der Diskobucht und im Scoresbysund können auch Narwale beobachtet werden. Ringelrobben und Sattelrobben ruhen auf Eisschollen, und mit etwas Glück sind in Nordgrönland Walrosse zu sehen. An Land können Moschusochsen, Polarfüchse und Schneehasen gesichtet werden – vor allem auf der Ostküste und in der Tundra um Kangerlussuaq. Die Vogelwelt umfasst Papageitaucher, Eistaucher, Seeadler und Küstenseeschwalben. In den Gewässern um Grönland leben außerdem Grönlandhaie. Die Lektoren an Bord der Expeditionsschiffe kennen die besten Beobachtungsplätze.
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