Für Reisen mit dem PKW oder dem Wohnmobil können Länder wie Schweden, Norwegen oder Lettland auch 2026 komfortabel per Fähre erreicht werden. Und teilweise deutlich günstiger als auf dem Landweg. Mittelmeerinseln wie Sardinien und Korsika lassen sich mit eigenem Fahrzeug ausschließlich per Fähre erreichen. Wir stellen Anbieter, Verbindungen und Preise für Fähren in Europa vor.
Zu den wichtigsten Fähranbietern an Ostsee und Nordsee zählen Scandlines (Puttgarden–Rødby, Rostock–Gedser), Stena Line (Kiel–Göteborg, Rostock–Trelleborg), TT-Line (Travemünde–Trelleborg, Rostock–Trelleborg), Color Line (Kiel–Oslo), DFDS (Kopenhagen–Oslo, Klaipėda-Routen), Finnlines (Travemünde–Helsinki/Malmö) und Tallink Silja (Helsinki–Stockholm–Tallinn). Für kürzere Strecken sind Scandlines und die HH-Ferries (Helsingør–Helsingborg) besonders beliebt. Jede Reederei bietet unterschiedliche Routen, Schiffstypen und Inklusivleistungen an.
Die Kosten für eine Fährüberfahrt mit Auto variieren je nach Anbieter, Route und Saison. Für die Kurzstrecke Puttgarden–Rødby mit Scandlines zahlen Sie ab etwa 49 Euro für Pkw mit Insassen. Längere Strecken wie Kiel–Göteborg mit Stena Line kosten ab etwa 200 Euro inklusive Pkw und Kabine. Die Überfahrt Kiel–Oslo mit Color Line ist ab rund 480 Euro als Paketpreis mit Kabine buchbar. Frühbucher- und Familientarife sowie ADAC-Rabatte können die Kosten deutlich senken.
Kurzstreckenfähren wie Scandlines (Puttgarden–Rødby, 45 Minuten) oder HH-Ferries (Helsingør–Helsingborg, 20 Minuten) sind reine Transportfähren ohne Kabinen. Passagiere bleiben während der Überfahrt im Auto oder nutzen Bordrestaurants und Shops. Langstreckenfähren wie Color Line (Kiel–Oslo, 20 Stunden) oder Stena Line (Kiel–Göteborg, 14 Stunden) bieten dagegen Kreuzfahrt-Atmosphäre mit Kabinen, Restaurants, Entertainment und Wellness. Diese Nachtfähren verbinden die Anreise mit einem Mini-Urlaub auf See.
Auf den meisten Fähren an Ostsee und Nordsee sind Hunde willkommen. Die Regelungen unterscheiden sich jedoch stark: Bei TT-Line dürfen Hunde in spezielle Haustierkabinen, in alle öffentlichen Bereiche und sogar in ausgewiesene Hundebereiche der Restaurants. Scandlines erlaubt Hunde angeleint in allen Bereichen ohne Teppich. Bei Stena Line gibt es Haustierkabinen und ein Hundedeck an Bord. Eine wichtige Ausnahme ist die Color-Line-Route Kiel–Oslo: Hier ist die Mitnahme von Hunden nicht möglich. Generell gilt: Hunde müssen bei der Buchung angegeben werden, da die Haustierkabinen begrenzt sind. EU-Heimtierausweis mit gültiger Tollwutimpfung ist Pflicht.
Die Elektrifizierung der Fährschifffahrt schreitet voran. Scandlines hat mit der „The Baltic Whale" eine neue Elektrofähre für die Route Puttgarden–Rødby in Betrieb genommen und rüstet auch die bestehenden Fähren „Deutschland" und „Schleswig-Holstein" auf Batteriebetrieb um. Zwischen Helsingør und Helsingborg fahren die „Tycho Brahe" und „Aurora" bereits seit 2018 batterieelektrisch. In Norwegen verkehren seit 2015 Elektrofähren auf den Fjorden – bis 2026 sollen alle westlichen Fjordfähren elektrisch fahren. An der deutschen Küste sind in Kiel, Rostock und Lübeck ebenfalls Elektrofähren im Nahverkehr im Einsatz, und die „Frisia E1" pendelt seit 2025 vollelektrisch zwischen Norddeich und Norderney.
Der Fehmarnbelttunnel zwischen Puttgarden und Rødby soll voraussichtlich ab 2030 den Betrieb aufnehmen. Scandlines hat angekündigt, den Fährbetrieb auf der Vogelfluglinienroute auch nach der Tunneleröffnung fortzusetzen. Die Reederei investiert über 100 Millionen Euro in neue Elektro-Fähren und günstige Ticketpreise, um eine emissionsfreie und preiswerte Alternative zum Tunnel anzubieten. Die Ticketpreise der Fähren sollen gezielt unter der Tunnelmaut liegen. Für Reisende bedeutet das mehr Auswahl: schnelle Tunneldurchfahrt oder entspannte Fährüberfahrt mit Bordshopping und Gastronomie.
Von Deutschland aus bestehen zahlreiche Fährverbindungen nach Skandinavien: Nach Schweden fahren Stena Line (Kiel–Göteborg), TT-Line (Travemünde–Trelleborg und Rostock–Trelleborg) sowie FRS (Sassnitz–Trelleborg). Nach Dänemark verkehren Scandlines (Puttgarden–Rødby und Rostock–Gedser). Nach Norwegen bietet Color Line die beliebte Route Kiel–Oslo an. Nach Finnland verbindet Finnlines Travemünde mit Helsinki. Zusätzlich gibt es Verbindungen ins Baltikum, etwa Stena Line von Travemünde nach Liepaja (Lettland) und DFDS mit Routen nach Klaipėda (Litauen).
Ja, die Fähre zwischen Helsingør (Dänemark) und Helsingborg (Schweden) ist eine beliebte und oft günstigere Alternative zur Öresundbrücke. Die Überfahrt mit den HH-Ferries oder ForSea dauert nur 20 Minuten und verkehrt im Viertelstundentakt. Die Fähre bietet zudem den Vorteil eines zollfreien Bordshops und ist besonders für Reisende interessant, die von Norddeutschland über die E47 anreisen, da der Umweg über Kopenhagen und die Brücke entfällt. Ein weiterer Pluspunkt: Die Fähren auf dieser Strecke fahren bereits vollelektrisch.
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